Ich habe da etwas hilfreiches gefunden. Es stammt von Hans-Otto Buschel, Familienrichter am Amtsgericht in Bad Salzungen). Es handelt sich dabei um 20 Bitten von Kindern, deren Eltern getrennt leben:
Vergesst nie, dass ich das Kind von euch beiden bin!
(Zwar habe ich einen Elternteil, bei dem ich dauerhaft wohne und der auch hauptsächlich für mich sorgt, aber den anderen brauche ich genauso.)
Ich habe euch beide gleich lieb.
(Fragt mich also nict, wen ich lieber habe und redet den anderen in meiner Anwesenheit nicht schlecht. Das tut mir weh.)
Helft mir, den Kontakt zum anderen Elternteil aufrechtzuerhalten.
(Wählt die Telefonnummer oder schreibt für mich eine E-Mail oder Brief. Helft mir, zu seinem Geburtstag oder zu Weihnachten ein Geschenk zu kaufen oder zu basteln. Und gebt den anderen auch ein Foto, wenn von mir welche gemacht werden.)
Redet miteinander!
(Diskutiert wie normale Menschen und lasst mich nicht den Boten für euch beide spielen, der den anderen schlechte Nachrichten übermitteln muss.)
Seid nicht wütend oder traurig, wenn ich zum anderen gehe.
(Der Elternteil, von dem ich weggehe, soll auch nicht denken, dass es mir bei dem anderen die kommenden Tage schlecht gehen wird. Ich würde auch am liebsten bei beiden sein. Aber das geht ja leider nicht mehr...)
Plant keine Dinge, die in den Zeitraum fallen, den ich beim anderen Elternteil verbringe.
(Sowohl meiner Mutter, als auch meinem Vater gehört ein Teil meiner Zeit.)
Seid nicht wütend oder enttäuscht, wenn ich beim anderen bin und mich nicht melde.
(Ich bin an 2 Orten daheim. Und die muss ich gut auseinander halten. Sonst verliere ich in meinem Leben den Überblick.)
Gebt mich nicht vor der Haustür des anderen ab, als sei ich ein Paket.
(Diese Zeitpunkte sind die einzigen für mich, an denen ich euch beide habe. Zerstört diese bitte nicht mit übertriebener Eile.)
Ansonsten könnt ihr mich auch an der Schule oder bei Freunden abholen lassen, wenn ihr den Anblick des anderen nicht ertragen könnt.
Streitet euch nicht in meinem Beisein.
(Benehmt euch wie normale Menschen und begegnet dem anderen mit Höflichkeit und Respekt. Schließlich verlangt man das auch von mir.)
Erzählt mir keine Dinge, die ich nicht verstehen kann.
(Darüber könnt ihr auch mit anderen Erwachsenen sprechen. Aber bitte nicht mit mir.)
Einigt euch bitte um das Geld.
(Ich finde es nicht gut, wenn der eine wenig, während der andere ganz viel Geld besitzt. Ich möchte, dass es euch beiden gut geht und ich es auch bei beiden gleich gemütlich habe.)
Versucht es nicht, mich mit Süßigkeiten oder Geschenken zu kaufen.
(So viel Geld habt ihr gar, weil ich euch beide viel zu sehr lieb habe.)
Sagt mir offen und ehrlich, wenn das Geld mal nicht reicht.
(Mir ist die gemeinsame Zeit viel mehr wert, als teures Spielzeug. Und ich habe auch nichts dagegen, wenn wir mal zuhause bleiben und dort spielen.)
Übertreibt es nicht, was die Gestaltung meiner Freizeit angeht.
(Es muss nicht immer etwas Bahnbrechendes oder Neues sein, wenn wir was unternehmen. Gemütliche Wanderausflüge oder Fahrradtouren finde ich mindestens genauso schön.)
Ändert nicht so viel in meinem Leben.
(Es soll halbwegs so verlaufen, wie vor eurer Trennung. Das fängt im Kinderzimmer an und hört bei solchen Dingen auf, die ich alleine mit dem jeweiligen Elternteil unternommen habe.)
Seid nett zu euren Schwiegereltern.
(Zwar haben sie bei der Trennung zu ihrem Kind gehalten, aber ihr würdet schließlich das Gleiche für mich tun. Ich möchte deswegen nicht auch noch meine Großeltern verlieren.)
Seid freundlich und verhaltet euch fair gegenüber dem neuen Partner, mit dem der andere zusammenkommt oder bereits zusammen ist.
(Mit dieser Person muss ich schließlich ebenfalls klarkommen. Es wäre leichter für mich, wenn keine Eifersüchteleien von der einen oder anderen Seite auftreten. Am besten für mich ist es, wenn ihr schnell wieder jemanden zum Liebhaben findet. Das lenkt euch dann bestimmt von der Wut, die ihr dem anderen gegenüber empfindet, ab.)
Denkt optimistisch.
(Eure Beziehung ist zwar in die Brüche gegangen, aber die Zeit danach kann ja dann nur besser werden.)
Hört mich an.
(Lasst mich meine Bitten vortragen. Aber benutzt sie nicht, um dem anderen vorzuhalten, welche Fehler er bei mir macht. Denn dann habt ihr Sinn und Zweck der ganzen Übung nicht verstanden.)
Jetzt habe ich erstmal genug geschrieben...