Erziehung behinderter und auffälliger Kinder im Kindergarten

Prinzip der Normalisierung

Selbst wenn in unserer heutigen Zeit eine aktive Integration von behinderten Menschen in die Gesellschaft längst noch nicht abgeschlossen ist, so sind bereits entscheidende Fortschritte gemacht worden. So wird ein behindertes oder auffälliges Kind nicht mehr ausschließlich in sonderpädagogischen Einrichtungen untergebracht, versorgt und gefördert, sondern kann eine ganz normale Kindertagesstätte besuchen, wie ein jedes andere Kind auch. Mittlerweile ist die Zahl der Kindergärten, die nur behinderte Kinder aufnehmen, eher rückläufig. In erster Linie sind es die Eltern, die ihren behinderten Kindern ein möglichst normales Leben mit einem normalen sozialen Hintergrund ermöglichen wollen und aus diesem Grund oftmals selbst aktiv werden und sich für den Besuch eines Regelkindergartens stark machen.



Und eben genau diese Integration ist es, die einen bedeutsamen Aspekt dieser geforderten "Normalisierung" des Lebens behinderter Kinder verkörpert. Integration in diesem Zusammenhang heißt nicht, dass behinderte Kind dem Maßstab von Leistungen und Fertigkeiten Altersgleicher anzugleichen sind oder "Defizite" und Besonderheiten beseitigt werden müssen. Es geht vielmehr darum, dass behinderte Kinder bei der Bewältigung der psychosozialen Folgen ihrer Behinderung unterstützt werden, anstatt sie dabei nur unter krankheitsbezogenen Gesichtspunkten zu betrachten. Ziel ist es, ihre Fähigkeiten, Stärken und positiven Charaktereigenschaften - wie bei anderen Kindern auch - zu erkennen und darin zu begünstigen. 

Der Weg eines Kindes in die Selbstständigkeit beginnt mit dem Kindergarten- Alter. Sie als Erzieher begleiten auch körperlich behinderte Kinder auf diesem Weg! Um einen reibungslosen Ablauf gewährleisten zu können, sollten Sie folgende Punkte beim Umgang schon vor der Aufnahme eines Kindes beachten:

  • Machen Sie sich ein Bild von Ihrer eigenen Motivation im Umgang mit behinderten Kindern!
  • Schaffen Sie sich ein Grundverständnis von verschiedenen Behinderungen
  • Intensives Elterngespräch im Vorhinein, in dem auch Krankheitsbild, Pflegeaufwand, Medikation etc. geklärt werden
  • Form und Grad der Behinderung klären (sind ausreichend räumliche und personelle Rahmenbedingungen erfüllt)
  • Rechtliche Regelungen für Notfälle festlegen
  • Mögliche Kooperationen mit Kliniken oder Therapeuten vereinbaren
  • Einweisung der restlichen Kinder im Kindergarten
  • Sorgen Sie für Verständnis bei allen Beteiligten (auch der Eltern)
  • Erwartungshaltung nicht zu hoch ansetzen
  • Auch Eltern können Vorurteile gegenüber einer Einrichtung

Werden Sie sich bewusst, dass die Integration behinderter Kinder und das normale Umgehen mit ihnen bedeuten, die gesellschaftliche Einschränkung dieser Kinder im Alltag zu verringern. Verständnis ist hier noch mehr gefragt als sonst!

Interessante Weblinks:

kindergarten heute - Fachbeiträge für Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern

Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e.V.

Familienratgeber für Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen

 

 

Die Fernkurs-Spezialisten der Kindergartenakademie