Bewegungsmangel und seine Folgen

Um seine körperliche Leistungsfähigkeit zu erhalten, benötigt ein Erwachsener etwa eine Stunde intensive körperliche Belastung pro Woche. Im Gegensatz dazu braucht ein Kind diese Stunde täglich.

Noch vor 20 Jahren war es für ein Kind selbstverständlich, an der frischen Luft herumzutollen, seinem natürlichen Bewegungsdrang nachzugeben und die eigenen körperlichen Fähigkeiten und Grenzen auszutesten. Heutzutage sieht die Situation ganz anders aus. Die Lebenssituation von Heranwachsenden hat sich mit Veränderungen in Gesellschaft und Lebensstil erheblich gewandelt und somit auch der Stellenwert von Bewegung und gesunder körperlicher Entwicklung.



So finden Kinder und Jugendliche immer weniger Raum für Spiele und Bewegung. Statt eigener Ideen Spielideen werden sie häufig von Erwachsenen mittels organisierter Aktivitäten gebremst (verplante Kindheit). Auch ist auffällig, dass Kinder heute zunehmend allein spielen, weil passende Spielpartner fehlen und diese häufig durch den Fernsehapparat ersetzt werden. In extremen Fällen ersetzt dieser sogar die Rolle der Erzieher. Kinder beschäftigen sich mehr und mehr statisch passiv sitzend mit den multimedialen Angeboten einer Spiel- und Informationstechnologie. Darüber hinaus werden Kinder durch verunsicherte Erzieher, die in ihrem Verhalten zudem überbehütet reagieren, zunehmend in ihrem Spiel- und Bewegungstrieb eingeengt.

Besonders dramatisch sind die kindlichen Rahmenbedingungen in Stadtgebieten. Autos und  Verkehr drängen Kinder aus ihren informellen Spielräumen heraus und sie sind zunehmend an die Wohnung als Spielplatz gebunden. Computerspiele und ein hoher Video- und Fernsehkonsum sorgen zusätzlich dafür, dass sie ihre natürliche Beziehung zu Bewegung, Spiel und Sport nicht gut ausbauen.

Sie sind kaum noch körperlich aktiv, werden mit optischen und akustischen Reizen einseitig überflutet. Die Kinder werden zu Stubenhockern - und das in einem Alter, in dem entscheidende wachstums- und reifungsbedingte Veränderungen des Muskel-, Skelett- und Nervensystems ihre Entwicklung prägen. Folge sind nicht selten Haltungsschäden, verringerte Muskelkraft und Übergewicht, um nur einige zu nennen. Damit in Verbindung und auch als Folgen von mangelnder Bewegung stehen späterer schulischer Leistungsmangel, Konzentrationsschwächen, zunehmende Aggression und schwach ausgebildete soziale Grundkompetenzen wie Höflichkeit und Zuverlässigkeit.

Darüber hinausgehend bestätigen neuere Erkenntnisse Zusammenhänge zwischen ungenügender Bewegungskontrolle und zunehmender Unfallhäufigkeit im Kindergarten- und Grundschulalter. Aufgrund mangelnder

Bewegung im Kindergarten

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein gesundes Leben stellt die Bewegung dar. Kinder verfügen neben einem starken natürlichen Bewegungsdrang auch ein hohes Maß an Bewegungsfreude. Vor allem im Kindergarten sollte sich dieser Spaß an Bewegung und sportlicher Aktivität zu Nutzen gemacht und gefördert werden. Ideale Hilfsmittel wie zum Beispiel Kletter- und Sprossenwände oder Balanciergeräte unterstützen dabei die Erzieher.

Im Vordergrund stehen vielseitige Bewegungsangebote, bei denen die Kinder in der Gestaltung und Entwicklung der Übungen integriert werden. So könnte eine Übungseinheit zum Beispiel aus einer Mischung von Koordinationsübungen, Geschicklichkeitsaufgaben und Ausdauerübungen bestehen.

 

Die Fernkurs-Spezialisten der Kindergartenakademie