
Deutschland gilt als ein Land mit enormem Kulturpotenzial. Laut aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes wird angenommen, dass es mehr als 4.800 Museen gibt, die von mehr als 100 Millionen Menschen im Jahr besucht werden. Weit über 9.000 öffentliche Bibliotheken beinhalten 104 Millionen Bücher und zählen pro Jahr mehr als 200 Millionen Entleihungen. Bund, Ländern und Gemeinden gaben nach jüngsten Berechnungen für Kultur jährlich knapp 8,3 Milliarden Euro aus.
Ein Blick auf die Rahmenpläne im Kindergarten zeigt noch immer eine gewisse Eintönigkeit, stetige Wiederholungen und teilweise sogar Phantasielosigkeit, was das Thema Kunst im Kindergarten anbelangt.
Über vielfältige Möglichkeiten kann es gelingen, die kindliche Fantasie anregen. In der Auseinandersetzung mit künstlerischer Arbeit schulen und schärfen sowohl die Kinder als auch die ErzieherInnen ihren Blick für unterschiedliche und ungewöhnliche Materialien. Sie lernen quer zu denken, trauen sich selbst mehr zu und entwickeln wie von allein mehr Selbstvertrauen.
Heutzutage geben viele Kindergärten den Kleinen die Möglichkeit, mit Kunst in Kontakt zu treten und auf spielerische Weise Kunst zu erfahren und selbst auszuprobieren. So gibt es beispielsweise Kunstprojekte in Zusammenarbeit mit Malern oder Künstlern am Ort, spezielle Malkurse für Kinder, Kurse in ästhetischer Früherziehung oder verschiedene Fördervereine gezielt für Kind und Kunst.
Wenn ErzieherInnen mit Kindern Kunst und Kultur entdecken wollen, so sollten sie versuchen, die Kinder durch ihre eigene Begeisterung zu motivieren. Werden die Themen von den Kindern aufgegriffen, haben ErzieherInnen die Chance, diese zu vertiefen und speziell nach den Interessen der Kinder zu bearbeiten. Richten die ErzieherInnen dann ihre Sichtweise in die Situation der Kinder hinein, wird es sicher gemeinsam viel zu entdecken geben.