Sozialerziehung

Soziales Lernen

"Soziales Lernen" stellt den Versuch dar, die Beziehungen zu Menschen und die Beziehungen zu Sachen so zu verbinden, dass mit ihnen und in ihnen die Kinder ihren Selbstausdruck finden können. Eine hierauf aufbauende pädagogische Kultur befindet sich allerdings noch in den Kinderschuhen.

Ging man bis Anfang der 80er Jahre noch davon aus, dass soziales Lernen ein Prozess sei, der sich neben vielen anderen Entwicklungsprozessen des Kindes wie von allein ablief, so weiß man es heute aufgrund zahlreicher Forschungsstudien besser.



Das soziale Leben von Kindern stellt einen wichtigen Einflussfaktor auf die Entwicklung ihrer Persönlichkeit, sowie die spätere Integration in die Gesellschaft dar.

In ihrem täglichen Miteinander befassen sich Kinder mit sozialem Lernen und werden durch den Umgang untereinander stark geprägt. Auf diese Weise lernen die Kinder zu erkennen, ob  ein Anderer Hilfe braucht, sie zeigen Mitgefühl und erfahren, dass sich manche Aufgaben gemeinsam besser bewältigen lassen. Daher bieten ErzieherInnen den Kindern sehr häufig Aktivitäten an, bei denen sie die Gelegenheit haben, all dies zu lernen. Beispielsweise beim gemeinsamen Kochen oder der Gestaltung des Gruppenraumes im Kindergarten.
Soziales Lernen spielt eine tragende Rolle in unserem Alltag. Wichtig hierbei ist vor allem die Vorbildfunktion der ErzieherInnen.

Ziele sozialen Lernens

  • Soziale Kompetenzen sichtbar machen und sozial verantwortliches handeln erlernen.
  • Jenem Verhalten, welches das gedeihliche Miteinander beeinträchtigt, sollte entgegenwirkt werden.
  • Die Kinder sollen einen verantwortungsbewussten und rücksichtsvollen Umgang mit Anderen erlernen
  • Durch gesetzte Grenzen und feste Regeln können sie in der Gruppe sicher und bewusst handeln und dadurch Solidarität entwickeln.
  • Erziehung zu Pflichtbewusstsein, Solidarität, Achtsamkeit und Rücksichtnahme anderen gegenüber
  • Wichtig ist uns, das die Kinder zunächst ihre eigenen Gefühle erkennen und benennen und sich die die Gefühle des Gegenübers hineinversetzen können.
  • Entwicklung und Förderung von Kooperationsfähigkeit
  • Erziehung zu Toleranz und Völkerverständigung

Vorschläge für die Praxis

  • Führen Sie als ErzieherInnen gezielte Übungen zum Sozialen lernen mit den Kindern durch
  • Gruppen- oder auch Kleingruppengespräche zu bestimmten Themen wie beispielsweise Konflikt, Gewalt, Rücksichtnahme oder Höflichkeit gegenüber den anderen, um so den Kindern die Möglichkeit zu geben, ihre Gefühle zu äußern
  • Themenbereiche des sozialen Lernens aufgreifen und zum Beispiel über eine Buch- oder Bilderbuchvorstellung durch Vorlesen den Kindern näher bringen
  • Aufstellen von bestimmten Streitregeln im Kindergarten – diese können von den Kleinen selbst aufgemalt und anschließend z.B. im Gruppenraum aufgehängt werden
  • Sie sollen die eigene und die fremde Persönlichkeit akzeptieren.
  • Beim Umgang mit anderen Menschen entstehen auch Konflikte - Ermutigen und motivieren Sie die Kinder, diese eigenständig zu lösen und zu bewältigen oder aber geben Sie ihnen dabei Hilfestellungen.
  • Durch klar definierte Grenzen und feste Regeln lernen die Kinder, innerhalb der Gruppe sicher und bewusst zu handeln und dadurch Solidarität zu entwickeln.

 

 

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