Sprechen und Sprache im Kindesalter

Kurzer Abriss der Sprachentwicklung

Über einen Zeitraum von drei bis vier Jahren lernen Kinder die Grammatik, sowie ein beträchtliches Vokabular ihrer Muttersprache zu beherrschen, und sie tun dies ohne sichtliche Anstrengung. Es bedarf keiner Übung des Sprechens, so wie sie später schreiben und lesen üben müssen, um dies zu beherrschen. Sind es anfangs nur Lallen oder einzelne Laute, so beginnt ein Kind im Alter von etwa 18 Monaten erste gezielte Laute zur Wortbildung einzusetzen. Mit dem 6. Lebensjahr ist dann der Wortschatz groß genug zum differenzierten Ausdruck. Abstrakte Begriffe werden kindgemäß sicher verwendet und Gedankengänge können beschrieben werden.



Aufgrund des schnellen und mühelosen Spracherwerbs lässt sich nicht leugnen, dass der Fähigkeit, Sprache zu erwerben, eine genetische Prädisposition beim Menschen zugrunde liegt. Menschen - und nur sie - sind "sprechende Säugetiere". (Aitchison 1989)

Forschung über den Spracherwerb

Der Spracherwerb des Kindes hat schon in vorigen Jahrhunderten, und besonders zu Beginn dieses Jahrhunderts, einige Forscherinnen und Forscher fasziniert. Es entstanden eine Reihe von Tagebuchaufzeichnungen, mit denen diese Forscher den Spracherwerb ihrer eigenen Kinder dokumentierten (z. B. Preyer 1882; Scupin/Scupin 1907, 1910), wobei die Spracherwerbsdaten von Clara und William Stern aus dem Jahre 1907 (Stern/Stern 1928) noch heute für den deutschsprachigen Raum interessant sind- insbesondere die Diskussionen und psychologischen Interpretationen der Prozesse des Spracherwerbs, die sich im Werk der Sterns finden.

Verzögerung der Sprachentwicklung

Heutzutage wird in vielen Familien nur noch wenig mit (Klein-)Kindern kommuniziert. So passiert es, dass manche Kinder in den Kindergarten kommen und in ihrer Sprachentwicklung verzögert sind. Aufgrund dieser Tatsache gewinnt die Sprachförderung durch Erzieher/innen immer mehr an Bedeutung.

Eine normal ablaufende Sprachentwicklung beruht aber auch auf dem Ergebnis einer positiven Gesamtentwicklung – welche die motorische und geistige Entwicklung, die Entwicklung des Hörens, Sehens und Tastens, sowie die soziale und emotionale Entwicklung beinhaltet - und sollte nicht isoliert betrachtet werden.

Inzwischen werden bei jedem 4. Kind Störungen des Spracherwerbs festgestellt, was eher als warnendes Zeichen anzusehen ist. Grund genug, um einige Ursachen für Sprachstörungen aufzuzeigen.

Interessante Weblinks:

Neben Fachartikeln und Online Rezensionen, finden Sie auf dem Bildungsserver eine Überischt über bundesweite Sprachförderungsprojekte und -konzepte sowie Praxishilfen.
www.bildungsserver.de

Informationen zur Didaktik und eine Übersicht über die ersten Sprachentwicklungsmonate eines Kindes gibt Bern Reimann
www.mutterspracherwerb.de

 

 

Die Fernkurs-Spezialisten der Kindergartenakademie