Kinder mit Hörbehinderung

Je früher eine Hörschädigung erkannt wird, desto größer sind die zu erwartenden Erfolge. Aus diesem Grund gibt es Förderschulen mit dem Schwerpunkt Hören und Kommunikation, die eine pädagogische Frühförderung durchführen. Ziel dieser Einrichtungen ist es, die Kinder mit Hörschädigung dahingehend zu unterstützen, dass spätestens zum Schuleintritt ein gemeinsames Lernen im Klassenverband möglich ist. Bis zum Alter von drei Jahren findet die Unterstützung als Hausfrüherziehung statt, zwischen drei und sechs Jahren dann im Förderschulkindergarten oder in einem Kindergarten mit sonderpädagogischer Unterstützung.



Hausfrüherziehung

Zur Hausfrüherziehung kommt eine Fachkraft, meist eine Lehrkraft für Sonderpädagogik zur Förderung des Kindes ins Elternhaus. Gemeinsam mit den Eltern fördert sie das Kind in seinem Hörverhalten und gegebenenfalls in der kommunikativen Entwicklung insgesamt. Die Hausfrüherziehung ist in der Regel kostenlos und kann bei der nächstgelegenen Förderschule mit Schwerpunkt Hören und Kommunikation beantragt werden. Ab dem dritten Lebensjahr kann das Kind entweder in einen allgemeinen Kindergarten, in einen Sonderkindergarten (Kindergarten für behinderte Kinder) oder einen Förderschulkindergarten gehen.

Fehlendes Hören kompensieren

Im Laufe seiner Entwicklung wird sich ein hörgeschädigtes Kind eine Taktik aneignen, um das fehlende Hören zu kompensieren. So wird es zum Beispiel unwillkürlich auf den Mund des Gesprächspartners schauen sowie auf Mimik und Körperhaltung achten. Später wird das Kind die Gesprächssituation aktiv steuern, zum Beispiel durch konkrete Anweisungen zum Sprechen. Jede Form der Unterstützung durch Gebärden wird ein hörgeschädigtes Kind dankbar annehmen.

Kontakt zu hörenden Kindern

Eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Entwicklung ist ein gesundes Selbstbewusstsein. Dafür ist vor allem ein großes Kommunikations-Repertoire hilfreich: So sollte das Kind auch außerhalb der Familie, in der die Gebärdensprache wahrscheinlich häufig  genutzt wird, Kontakt zu hörenden Freunden in Kindergarten und Nachbarschaft haben. Die meisten hörenden Kinder finden die Gebärdensprache interessant und lernen besonders schnell, sich mit einigen Gebärden zu verständigen. So kann es zum Beispiel hilfreich sein, wenn Eltern die Freunde und Nachbarskinder zu gemeinsamen Gebärdenspielstunden einladen. Auf diese Weise lernt das Kind, sich mit hörenden Kindern zu verständigen und umgekehrt. Davon werden letztlich beide Seiten profitieren.

Interessante Weblinks:

  • Deutscher Gehörlosen-Bund e.V. in Hamburg

www.gehoerlosen- bund.de