Schwere Mehrfachbehinderung

Bei Kindern mit schweren Mehrfachbehinderungen liegen Schwerbehinderung und Mehrfachbehinderung gleichzeitig vor. Von einer Mehrfachbehinderung spricht man, wenn mehrere Behinderungstypen gleichzeitig vorhanden sind, zum Beispiel eine Körperbehinderung in Kombination mit einer kognitiven Behinderung.



Schwerstbehinderung

Die so genannte Schwerstbehinderung liegt dann vor, wenn der ganze Mensch in allen Lebensbereichen mangels grundlegender Fähigkeiten beeinträchtigt ist. Die Schwerstbehinderung trifft in der Regel alle Erlebens- und Ausdrucksmöglichkeiten, also emotionale, kognitive, körperliche, soziale und kommunikative Fähigkeiten. Es besteht demnach keine singuläre Beeinträchtigung („Behinderung“), sondern um verschiedene Beeinträchtigungen, die sich gegenseitig bedingen, verstärken und/oder verursachen.

Schwere Mehrfachbehinderung

Im Bereich der schwer mehrfachbehinderten Kinder fällt eine genaue Beschreibung oder gar Definition schwer. Es gibt zahlreiche pädagogische Ansätze, die versuchen, die speziellen Bedingungen schwer mehrfachbehinderter Kinder zu beschreiben und aus ihrem „Sosein“ geeignete Formen des Umgangs abzuleiten.

Möglichst früh fördern

Gerade bei kleinen Kindern mit Mehrfachbehinderung ist es besonders wichtig, möglichst früh die Möglichkeiten auszuloten, wie das Kind aktiv und selbständig spielen kann. Die Förderung erfolgt meist in speziell auf die Bedürfnisse mehrfachbehinderter Kinder ausgerichteten Sonderkindergärten oder Heilpädagogischen Kindergärten und ist ein ganzheitlich- pädagogischer Prozess. In Zusammenarbeit mit den Eltern werden die Kinder in kleinen Gruppen gezielt pädagogisch gefördert. Falls erforderlich, ist zusätzlich eine physiotherapeutische, ergotherapeutische, logopädische oder psychologische Einzelförderung möglich.

Integration

Doch auch integrative Gruppen erweisen sich hier als durchaus hilfreich: Die gemeinsame Erziehung, Bildung und Förderung von behinderten und nichtbehinderten Kindern ab dem 3. Lebensjahr bis zur Einschulung verhilft beiden Gruppen, Grundfähigkeiten der Lebensbewältigung zu erwerben. Die behinderten Kinder gliedern sich so nicht nur in die Gemeinschaft ein. Auch seitens der nichtbehinderten Kinder entwickelt sich eine Vorstellung von Behinderung als Normalität. Die individuelle Persönlichkeit wird auf diese Weise bei allen Kindern gestärkt.

Interessante Weblinks:

Information und Beratung bieten unter anderem folgende Stellen:

  • Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V.: www.bsk-ev.org
  • Bundesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte e.V.: www.bvkm.de