Lerntypen

Kinder unterscheiden sich hinsichtlich der so genannten Lerntypen. Der Grund dafür ist der unterschiedliche Gebrauch der Sinnesorgane sowie die unterschiedliche Verarbeitung der Lernstoffe im Gehirn. Die Ursachen hierfür können zum Beispiel persönliche Merkmale und Gewohnheiten sein, aber auch bisherige Erfahrungen. Problematisch wird es nur dann, wenn Kinder diejenigen Lerntechniken nutzen, die ihnen eigentlich gar nicht liegen. Deshalb ist es sinnvoll, herauszufinden, welche die individuell beste Methode für das jeweilige Kind ist. Setzt man diese Methode dann regelmäßig ein, fällt das Lernen mit Sicherheit ein wenig leichter. 



Visuelles Lernen (räumlich)

Visuelles Lernen fasst diejenigen Lernprozesse zusammen, die durch Bilder unterstützt werden. Genauer gesagt funktioniert das visuelle Lernen über den Vergleich optischer Sinneseindrücke. Dabei kommen nicht nur statische Bilder (Einzelbild), sondern auch dynamische Bildfolgen (Bildserien, Animationen oder Videos) zum Einsatz. Für den Lernprozess ist bei dieser Methode nicht nur das Erkennen der Thematik und der Objekte von Bedeutung, sondern vor allem die Interpretation der Bilder. Das visuelle Lernen wird mit Hilfe von Simulationen erforscht. So versucht man zum Beispiel über neuronale Netze Einblicke in den Lernprozess und die Bedeutung des Auges und des Gehirns zu gewinnen. Dabei liegt die Frage zugrunde: Wie erkennt das Gehirn Objekte? Eine zufrieden stellende Beantwortung dieser Frage gibt es bisher nicht. Ein wichtiger Aspekt des visuellen Lernens ist der induktive Lernprozess, bei dem neue bildliche Informationen anhand bekannter Beispiele verallgemeinert werden.

Auditives Lernen (auditiv-musisch)

Auditives Lernen bezeichnet die bevorzugte Verwendung von Ton und Musik in Lernprozessen. Auditives Lernen tritt häufig in Verbindung mit visuellem Lernen auf. Die Kombination von akustischen und optischen Reizen beim Lernen bezeichnet man als auditiv-visuelles Lernen.

Verbales Lernen (linguistisch)

Beim verbalen Lernen wird Wissen über sprachliches Lernen erworben. Das bedeutet, dass das Kind Wörter bevorzugt in sprachlicher und schriftlicher Form verwendet. Dabei geht es um den Aufbau von kognitiven Strukturen. Man unterscheidet bei diesem Wissenserwerb zwei Formen: das Wissen über Fertigkeiten (zum Beispiel Schreiben und Rechnen) und das Wissen über Sachverhalte (zum Beispiel Erkennen von Aussagen, Bedeutungen und Inhalten von Wörtern und Sätzen). Beim nonverbalen Lernen hingegen findet zusätzlich eine bildhafte Aufnahme und Wiedergabe von Wissen statt. Außerdem beinhaltet nonverbales Lernen die Möglichkeit, die Informationen optisch oder akustisch zu verarbeiten.

Physisches Lernen (kinästhetisch)

Beim physischen oder kinästhetischen Lernen bevorzugen die Kinder die Verwendung des Körpers, der Hände und des Tastsinns.

Logisches Lernen (mathematisch)

Beim logischen oder mathematischen Lernen nutzen die Kinder vor allem Logik, Berechnung und Systeme zum Wissenserwerb.

Soziales Lernen (interpersonal)

Menschen, die soziales Lernen bevorzugen, fühlen sich beim Lernen in Gruppen oder mit anderen Menschen besonders wohl. Soziales Lernen ist eine der Grundlagen für das so genannte handlungsorientierte oder Problem lösende Lernen. Die Sozialpädagogik versteht unter Sozialem Lernen das Erwerben sozialer und emotionaler Kompetenzen. Es geht hierbei auch um die Entwicklung von Wahrnehmungsfähigkeit, Kontakt-, und Kommunikationsfähigkeit, Kooperations- und Konfliktfähigkeit sowie Empathie und Zivilcourage. Das soziale Lernen ist eine moderne Form der Erziehung und des Erwerbs sozialer Kompetenzen, die sich ausschließlich oder maßgeblich in einer sozialen Gruppe vollzieht. Dabei wird vor allem auf die Mechanismen der Gruppendynamik zurückgegriffen. Mit dem sozialen Lernen wurde das hierarchische, lineare Lernen überwunden. Es kann stattdessen zu einer individuellen demokratiebewussten Entwicklung beitragen und ist damit letztlich für eine positive Gestaltung der Gesellschaft nützlich.

Solitäres Lernen (innerpersonal)

Solitäres oder innerpersonales Lernen steht im Gegensatz zum interpersonalen Lernen und bedeutet, dass man am liebsten alleine und selbständig lernt, anstatt den Wissenserwerb in der Gruppe vorzuziehen.