Linkshändigkeit

Linkshänder benutzen bevorzugt die linke Hand, um vor allem solche Tätigkeiten auszuführen, die nicht durch Erziehung geprägt sind und mit nur einer Hand ausgeführt werden. Früher wurden Kinder auf die rechte – kulturell als besser bewertete – Hand umerzogen. Das ist heute nur noch selten der Fall. Denn man weiß mittlerweile, dass diese Umerziehung negative Folgen und Begleiterscheinungen haben kann, darunter psychische Probleme, schlechte Schulleistungen oder Sprachstörungen. Auch Legasthenie kann in Einzelfällen eine Folge der Umerziehung eines Linkshänders sein. Oftmals ist die Umerziehung kulturell begründet. So wird zum Beispiel zur Begrüßung in den meisten Kulturen die rechte Hand verwendet. In arabischen Kulturen herrschen gar besonders schwere Vorbehalte gegen die linke Hand; sie gilt dort als unrein und wird daher nicht zum Essen oder für soziale Kontakte eingesetzt.



Ursachen

Die Ursache für Linkshändigkeit liegt in einer angeborenen Dominanz der rechten Hirnhemisphäre gegenüber der linken. Die Auswirkungen dieser Dominanz sind noch nicht in allen Einzelheiten erforscht. Das Dominieren einer Hirnhälfte kommt auch durch andere Bevorzugungen zum Ausdruck, beispielsweise bei den Beinen („Füßigkeit“) oder den Augen und Ohren. Ob die Linkshändigkeit genetisch vererbt wird, darüber streiten Wissenschaftler noch heute. Linkshänder machen lediglich 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung aus – wobei dieser Wert bei Befragungen geringer ausfallen kann als bei gezielten Tests (Der Grund ist die Umerziehung).

Probleme

Probleme im Alltag sind bei Linkshändern selten. Doch es gibt Situationen, in denen die Ausrichtung auf die Rechtshändigkeit zu Schwierigkeiten führen kann. So zum Beispiel die Tatsache, dass in westlichen Kulturen von links nach rechts geschrieben wird. Linkshänder müssen dann darauf achten, dass die Schreibhand das soeben Geschriebene nicht verwischt. Doch dagegen wurde eine spezielle Tinte entwickelt: Sie trocknet schneller und verschmiert nicht so leicht. Bei Füllern mit Griffmulden sollte man darauf achten, die linkshändige Variante zu kaufen. Auch breitere Füllerspitzen sind hilfreich, da die Spitze nicht – wie bei Rechtshändern – mit der Hand über das Papier „gezogen“ werden und so am Papier hängen bleiben kann. Auch viele asymmetrische Werkzeuge wie Scheren, Korkenzieher oder Dosenöffner sind meist für Rechtshänder ausgelegt. Doch diese kleinen „Hürden“ meistern Linkshänder nach einiger Zeit völlig problemlos.

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