Der Integrationskindergarten

Die Besonderheit eines Integrationskindergartens besteht darin, dass dort neben körperlich und geistig normal entwickelten Kindern auch Kinder mit körperlichen oder geistigen Schwächen oder Behinderungen betreut werden. Das können etwa Kinder sein

  • Down-Syndrom
  • Hörgeschädigte
  • Kinder mit chronischen Erkrankungen
  • Wahrnehmungsstörungen
  • Teilleistungsstörungen wie zum Beispiel Konzentrationsschwäche


Ganzheitliche Förderung und Erziehung

Die Idee zur Integration im Kindergarten basiert auf der Erkenntnis, dass sowohl gesunde als auch kranke Kinder viel voneinander lernen können. Kranke und Behinderte werden nicht mehr in separaten Einrichtungen betreut, sondern mischen sich – wie im richtigen Leben – unter die Nichtbenachteiligten. Diese Tatsache allein vermittelt den betroffenen Kindern ein Gefühl von Dazugehörigkeit und jede Menge Selbstbewusstsein. Wer Integration schon im Kindesalter wie selbstverständlich erlebt, der wird im späteren Leben keine Vorbehalte gegenüber andersartigen Menschen haben. Hemmschwellen in der Kontaktaufnahme können erst gar nicht aufgebaut werden.

Jeder profitiert vom jedem

Einige Kritiker meinen, dass lediglich die benachteiligten Kinder vom Integrationskindergarten profitieren. Für alle anderen würden Lerntempo und die Entwicklungsfortschritte gebremst werden. Dass dies nicht der Fall sein muss, beweisen zahlreiche sehr erfolgreiche Integrationskindergärten in ganz Deutschland.


In den meisten Kindergartengruppen wird nur eine bestimmte Anzahl von behinderten Kindern betreut. Zumeist um die zwei bis fünf Kinder, je nach Stärke der Behinderung und je nach Größe der gesamten Gruppe. Da Integrationskindergärten immer auch über mehr Erzieher oder Zivildienstleistende verfügen als andere, kann gewährleistet werden, dass jedes Kind die ihm zustehende Förderung erhält. Das Tempo beim Lernen orientiert sich durchaus nicht am schwächsten Glied der Gruppe, so dass alle Kinder die gleichen Möglichkeiten zur Entfaltung und Weiterentwicklung haben. So gibt es Phasen, in denen die Kinder getrennt von einander betreut werden und Phasen – die überwiegende Zeit –, in denen sie zusammen basteln, spielen oder singen.

Soziales Bewusstsein

Soziales Bewusstsein

Besonders für die Ausbildung des sozialen Bewusstseins ist ein integrativer Kindergarten eine wertvolle Einrichtung. So erlernen die Kleinen Rücksichtnahme, Verantwortungsbewusstsein gegenüber anderen schwächeren Gruppenmitgliedern auf eine sehr praxisnahe Art und Weise.  

Alle profitieren von Zusatzangeboten

In vielen Integrationskindergärten werden neben dem Standardprogramm auch zusätzliche Angebote gemacht: darunter Spieltherapie, Musiktherapie oder Reittherapie. Zudem gibt es in den meisten Integrationskindergärten einen Fahrdienst, der die benachteiligten Kinder zu Hause abholt. Da es gerade in ländlichen Regionen nicht so viele so genannte „i“- Kindergärten gibt, sind häufig längere Strecken bis zur nächsten Einrichtung dieser Art zu überbrücken. Schon im Bus oder Taxi werden die Kinder von einem Betreuer begleitet.

Fazit

Über Integrationseinrichtungen können die meisten Eltern, sowohl von benachteiligten als auch von nichtbenachteiligten Kindern jede Menge Positives berichten. Wie in jeder anderen KITA hängt die Qualität natürlich von den Menschen ab. Wie intensiv kümmern sich die Erzieher und wie kreativ sind die Planung der Abläufe und des Programms. Auch die Eltern haben eine tragende Rolle: da viele Integrationskindergärten als eingetragene Vereine organisiert sind, kommen auf sie feste Aufgaben und Verantwortungsbereiche zu.