Erik H. Erikson

Der Anfang des 20. Jahrhunderts in Frankfurt am Main geborene Psychoanalytiker galt als Neufreudianer und Fürsprecher der psychoanalytischen Ich-Psychologie. Auch in pädagogischer Hinsicht machte der Wissenschaftler von sich reden: und zwar mit seinem Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung, auch epigenetisches Diagramm genannt.



Das Stufenmodell

Darin beschreibt er die Entwicklung der sich permanent verändernden kindlichen bzw. menschlichen Identität. Vor allem dem Beziehungsgeflecht Kind und Umwelt, sowohl personal als auch gegenständlich, misst Erikson eine entscheidende Rolle zu. Laut Erikson sind es verschiedene Konflikte und Krisen in jeder der acht Entwicklungsstufe, die das Individuum prägen und reifen lassen.  Diese reichen vom Konflikt zwischen dem Urvertrauen und dem Urmisstrauen über die Auseinandersetzung mit Scham und Zweifel und Identität und Identitätsdiffusion bis hin zu Generativität in Abgrenzung von Stagnation sowie Ich-Integrität gegen Verzweiflung. Die Konflikte muss jedes Individuum während seines Lebens mit sich ausmachen. Einzelne Konflikte werden vielleicht nie gelöst. Laut Erikson sei es aber hilfreich, eine Stufe erfolgreich abzuschließen, um sich dem Konflikt der nächsten zu stellen. Für jede Form der Weiterentenwicklung sei jedoch die intensive Auseinadersetzung mit jedem Konflikt notwendig.