Sozialpädagogisches Konzept

Der Situationsansatz ist ein sozialpädagogisches Konzept, das sich an der Lebenssituation, den Interessen, Bedürfnissen und Erfahrungen der Kinder in Kindertageseinrichtungen orientiert. Beim Situationsansatz steht das ganzheitliche Menschenbild im Vordergrund – jedes Kind wird als Mensch mit individuellen Stärken und Schwächen wahrgenommen und gefördert. Außerdem geht man beim Situationsansatz davon aus, dass jedes Kind nicht nur Pflichten, sondern auch Rechte hat, für dessen Einhaltung die Pädagogen Sorge tragen. Sowohl der Situationsansatz im Kindergarten als auch der Situationsansatz in der Kita erfordern geschulte und aufmerksame Pädagogen.



Die Ziele - Autonomie, Solidarität und Kompetenz

Das Konzept Situationsansatz mit dem erklärten Ziel von Autonomie, Solidarität und Kompetenz für die Kinder wurde in den 70er Jahren entwickelt und Mitte der 90er Jahre weiterentwickelt. Kinder aus unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen erfahren durch den Situationsansatz eine pädagogische Unterstützung und können so ihr Leben selbstbestimmt und verantwortungsvoll gestalten.

Freie Meinungsäußerung mit Rücksicht auf andere

Die Kinder sollen lernen, ihre eigene Meinung zu äußern und selbständig Dinge zu entscheiden. Dabei muss auf andere Kinder oder andere Wünsche Rücksicht genommen werden. Die Pädagogen des Situationsansatzes sind dafür verantwortlich, eine verlässliche Beziehung zu den Kindern aufzubauen und ein anregendes Umfeld zu bieten, in dem die Kinder aktiv werden und sich weiter entwickeln können.

Situationsansatz im Kindergarten

Der Situationsansatz findet normalerweise im Kindergarten oder in der Kita statt. Geschulte Pädagogen entwickeln hier spezielle Projekte in kleinen Interessensgruppen. Dazu verschaffen sie sich vorab einen Überblick über die unterschiedlichen Interessen, Bedürfnisse, Kenntnisse und Wünsche der Kinder – nur so ist eine fachgerechte Pädagogik vom Situationsansatz möglich.

Das Spiel gilt beim Situationsansatz als wichtigstes Instrument für die Kinder, denn hier begreift das Kind spielerisch seine Umwelt. Die Gruppendynamik fördert zusätzlich den Gemeinschaftssinn und das soziale Miteinander der Kinder. Für das spielerische Erlernen der unterschiedlichsten Fähigkeiten werden den Kindern vorbereitete Räume und Materialien zur Verfügung gestellt. Dies können z.B. eine Bau-Ecke, eine Rollenspielecke oder Alltagsmaterialien sein. Beispielhaft lernen die Kinder so etwas über Essen und Trinken („was esse ich gerne und wo kommt mein Essen her?“), über soziales Miteinander („ich will dich nicht mehr schlagen- lass uns wieder Freunde sein“) oder über die Unterschiede in den einzelnen Familien („ich habe Vater und Mutter, Sven hat nur eine Mutter, Iwan hat zwei Väter…“).