Waldkindergarten - Leben mit der Natur

Die ersten Waldkindergärten entstanden in den 1950er Jahren in Dänemark. Damals bemerkten Eltern und Erzieher, dass die Kinder besondere Freude an den Ausflügen in die Natur im Allgemeinen und den Wald im Speziellen hatten. Aus den anfangs gelegentlichen Stippvisiten in der Natur machten sie eine Dauereinrichtung: der Waldkindergarten oder Naturkindergarten war geboren.



Erziehung im Grünen

Heutzutage gibt es die Waldkindergärten auch in Deutschland.

  • Ihre Befürworter schätzen daran, dass gerade Kinder aus städtischen Umgebungen wieder mehr Zeit im Grünen verbringen.
  • Sie lernen den Rhythmus der Jahreszeiten kennen und beschäftigen sich mit den Dingen, die die Natur für sie bereit hält.
  • Die Kinder bewegen sich mehr als in herkömmlichen Kindergärten und sind stets an der frischen Luft.

Behausung

Fast bei jeder Witterung sind die Erzieher von Waldkindergärten mit ihren Kindern draußen unterwegs. Einschränkungen gibt es bei extremem Frost, Schneefall oder starkem Wind, wenn die Gefahr für den Außenaufenthalt zu groß ist: hier sieht der Gesetzgeber vor, dass selbst Waldkindergärten eine geschützte und sichere Behausung vorweisen können. Dabei kann es sich entweder um eine Waldhütte oder einen Bauwagen handeln, in dem die Gruppen Schlechtwetterperioden überbrücken können.

Organisation

Fast in jeder deutschen Stadt gibt es einen Wald Kindergarten. Meistens sind Waldkindergärten als eingetragene Vereine (e.V.) organisiert. Sie erhalten ebenso wie die staatlichen Einrichtungen auch Zuschüsse, sind jedoch zudem auf Spenden und Mitgliederbeiträge angewiesen.

Bekleidung

Wichtig ist, dass jedes Kind, das einen Waldkindergarten besucht, über die richtige Kleidung verfügt. Das heißt: Regenabhaltende und atmungsaktive Stoffe, festes Schuhwerk und warme Accessoires wie Mützen oder Handschuhe, die allesamt auch schon mal dreckig werden dürfen.

Im Rhytmus der Jahreszeiten

Langeweile kommt in den meisten Waldkindergärten nicht auf: zu vielfältig sind die Möglichkeiten von Wald und Wiesen, derer sich die Erzieher bei der Planung des jeweiligen Tagesprogramms bedienen können. Das Angebot des Waldkindergartens wird dabei stets vom Rhythmus der Jahreszeiten beeinflusst.

Positive Begleiterscheinungen

Im Umgang mit Pflanzen, Tieren, Wasser und Erde lernen schon die Allerkleinsten einen verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt. Nicht nur körperlich, durch permanente Frischluftzufuhr und Bewegung, profitieren die Kinder im Waldkindergarten von dem Konzept, sondern auch in Bezug auf Psyche, Motorik und Lernfähigkeit. Besondere Erfolge konnten mit dem Waldkindergarten-Ansatz bei verhaltensauffälligen Kindern erzielt werden. Das Leben in und mit der Natur

  • stärkt das Selbstbewusstsein
  • fördert das Wahrnehmungsvermögen, die Fein- und Grobmotorik ebenso wie alle anderen Sinne

Auch auf das Immunsystem der Kinder wirkt sich das Leben im Freien aus.

Die Summe all dieser positiven Begleiterscheinungen für Körper und Geist der Vorschulkinder hat bereits Nachahmer gefunden. So bieten viele herkömmliche Kindergärten auch Waldtage oder Waldwochen an, in denen das Konzept des Wald Kindergartens zeitlich begrenzt angeboten wird. Auch viele Freizeiteinrichtungen beziehen die Natur als Raum für Spiel, Spaß und Lernen in ihr Angebots-Spektrum ein.