Das Sozialverhalten

Nicht von der Hand zu weisen, ist der soziale Einfluss, den ein Kindergarten auf das Kind hat. Zum ersten Mal wird das Kind hier über einen längeren Zeitraum von Mutter und Vater getrennt und erlebt sich in einer neuen Rolle: dem Kindergartenkind. Es ist plötzlich nicht mehr der Mittelpunkt der Familie oder der kleine Bruder/die kleine Schwester, sondern ein eigenständiges Mitglied einer neuen Institution.

 



Sozialverhalten in der Gruppe

In einer Gruppe von meist etwa 15-20 Kindern wird so ein erstes Sozialverhalten eingeübt. Die Kinder müssen lernen, sich einzugliedern, Streit auszuhalten, Konflikte zu lösen und Freunde zu finden. Dies geschieht nicht mehr durch die Unterstützung der Mutter, sondern durch das Kind selber. Die Gruppe von Kindern regelt dabei vieles selbst – Störenfriede werden missachtet, Schüchterne in den Arm genommen, Streithähne zurecht gewiesen.

Zur Eingliederung in die Gesellschaft ist das im Kindergarten erlernte Sozialverhalten ein sehr wichtiger Aspekt.

Bedeutung für die Zukunft

Studien von Kindern ohne Kindergartenerfahrung zeigen, dass diese in der Schule größere Probleme haben. Das gilt zum einen für die sozialen Kontakte – also das Finden und Halten von Freundschaften, aber auch für das Lernverhalten. Wer niemals gelernt hat, in einem Kreis zu sitzen und ruhig zuzuhören, was die Kindergärtnerin erzählt, könnte damit auch später Probleme haben.

Betrachtet man also die Kindergartenentscheidung unter dem sozialen Aspekt, so sollte nicht darauf verzichtet werden.